Gute Erfahrungen im Alltag öffnen Türen zur Umwelt und schlagen Brücken
zu Mitmenschen.
Nachstehend eine Auswahl eigener Erfahrungen.
Wählen Sie ein Beispiel aus:
1 = Radfahren
2 = Gleitschirmfliegen
3 = Weiterbildungskurs
4 = Alleine unterwegs
1
Gleiche sportliche Interessen lassen Brücken schlagen zwischen Sehenden und Sehbehinderten oder Blinden. Ein herzliches Dankeschön an meine Piloten!
Zu meinen Freizeitbeschäftigungen gehört Radfahren.
Seit Jahren bin ich aber nur noch per Tandem durch die Natur unterwegs. Durch mein geringes Sehvermögen fühle ich mich unsicher mit dem Rad im Strassenverkehr. Um per Tandem ausfahren zu können, benötigt man einen Piloten.
Ich besitze ein eigenes Tandem. So war es 2004 wieder einmal soweit, dass ich mir einen neuen Piloten suchen musste. Mein unermüdliches Suchen
wurde im Herbst 2004 mit Erfolg belohnt. Der Präsident des
Racing-Club Steffisburg unterstützte mich dabei, wofür ich ihm nochmals ganz herzlich danken möchte!
Zum Seitenanfang der aktuellen Seite
2
Wie ein Vogel durch die Luft fliegen und die Freiheit spüren. Dieses Gefühl durfte ich am 25. Juni 2005 erleben.
Der Sehbehinderten-Tandemverein Bern organisierte zusammen mit den "Flatlanders" einen Gleitschirm-Tandemflugtag für Sehbehinderte und Blinde. Am Nachmittag des 25. Juni schwebten In Oberwil im Simmental einige Vereinsmitglieder durch die Luft.
Ein Gleitschirmflug kann auch mit geringem Sehrest oder sogar ohne Sehkraft Spass machen. Dies war für die "Flatlanders" spätestens nach der Landung klar. Ich
möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei den Gleitschirm-Piloten, aber auch bei allen HelferInnen bedanken. Es war ein herrliches Erlebnis!
Mehr über diesen Anlass erfahren Sie auf folgender Website:
Tandemflug mit den "Flatlanders"
Zum Seitenanfang der aktuellen Seite
3
Weiterbildung wird in der heutigen Zeit immer wichtiger. Es braucht zwar etwas Mut, sich mit einer Behinderung, an einer öffentlichen Schule, für eine Weiterbildung anzumelden. Aber mit gegenseitiger Offenheit können viele Schranken durchbrochen werden.
2001 wünschte ich mir, wieder ins Berufsleben einzusteigen. So suchte ich eine Weiterbildungs-Möglichkeit, um auf dem Arbeitsmarkt mithalten zu können.
Die Berufsschule für Verwaltung in Bern gab mir 2002 die Möglichkeit, den Kurs für "Wiedereinsteigerinnen in den Büroberuf" zu besuchen. Ich informierte alle beteiligten Lehrkräfte vor Kursbeginn über meine Sehbehinderung, und welche Unterrichts-Formen für mich ungeeignet sind. So wurde eine zufriedenstellende Lösung für alle Beteiligten gefunden. Auch meine Mitschülerinnen boten mir ihre Hilfe an, wenn sie mich "rudern" sahen. Diese gute Zusammenarbeit liess mich meine Behinderung vergessen - nur meine Hilfsmittel deuteten darauf hin.
Das Schönste am Ganzen: Der "harte Kern" der Klasse trifft sich seit Abschluss dieser Weiterbildung mehrmals jährlich, zu einem "Höck".
Da ich seit Abschluss meiner Schulzeit keinen Spass mehr am Alpin Ski fahren hatte, liess ich ihn alleine den Skilift aufsuchen. Es zog mich aber auch in die Natur. Als sehende Person wäre ich wohl einfach los marschiert, in Richtung Sportbus, und hätte mich unterwegs über meine Möglichkeiten informiert. Aufgrund meiner Sehbehinderung informierte ich mich bereits im Hotel über bestehende Möglichkeiten. Ich entschied mich für eine Fahrt aufs Rothorn: Mit einer 4er Gondel bis zur Mittelstation und danach mit einer grossen Gondel bis zum Gipfel. Diese Infos erhielt ich im Hotel, auch welcher Sportbus direkt zur Talstation fährt. Diese Detail-Angaben erleichterten mir meine "Exkursion" sehr. Bei der Talstation angelangt, konnte ich mich einer Familie anschliessen, welche sich auch in Richtung Gondelbahn begab. Bevor ich mich bei Ihnen nach der Kasse erkundigen konnte, wurde ich bereits auf die Kasse aufmerksam gemacht, falls ich noch eine Fahrkarte lösen müsse. Um sicher zu sein, den richtigen Weg zur Bahn zu wählen, wartete ich auf diejenigen Personen, welche nach mir am Schalter Fahrkarten kauften. So war das Auffinden des Eingangs zur Bahn kein Problem. Man erklärte mir aus eigener Initiative dann auch gleich die Bedienung des Kartenlesers, um beim Rad eintreten zu können. Die nächste "Hürde" wartete im nächsten Raum auf mich. Da wurden die kleinen Gondeln langsam vorwärts transportiert, und luden zum Einsteigen ein. Da ich diesen Vorgang kenne, wusste ich was passiert, bevor ich die Gondeln richtig erblickte. Meine Augen mussten sich erst an den lichtarmen Raum gewöhnen. Um einen Überblick zu erhalten blieb ich stehen. Da wurde ich bereits gefragt, ob ich hinauf fahren möchte? Ich antwortete mit "Ja" und ergänzte "aber ich würde gerne mit jemandem mitfahren, damit ich beim Aussteigen nicht alleine bin". So fuhr ich mit 2 Personen mit. In der Mittelstation angekommen wurde unsere Gondel sogar kurz angehalten, damit ich ohne Probleme aussteigen konnte.
Diese Aufmerksamkeit ist nicht selbstverständlich, deshalb an dieser Stelle ein Dankeschön an alle Personen, welche dementsprechende Dienstleistungen anbieten. Nicht nur für die Berg- und Talfahrt erhielt ich alle nötige Hilfe. Auch im Selbstbedienungs-Restaurant war die Kassierin sehr hilfsbereit. Sie bediente für mich die Kaffeemaschine und brachte mir die gewünschte Süssspeise. - Auch ihr ein herzliches Dankeschön!
Die Hilfsbereitschaft, welche ich an diesem Tag erfahren durfte, motiviert mich trotz Sehbehinderung, weiterhin auch alleine unterwegs zu sein.
Zum Seitenanfang der aktuellen Seite
4
Spontan entschloss sich mein Freund am zweitletzten Tag unserer Frühlings-Ferien, den zurück gekehrten Winter noch auf seinen Skis zu geniessen. Ich hatte volles Verständnis für seinen Entscheid, lud doch der sonnige Morgen ein, die Welt von einem Berggipfel aus zu bewundern.
Zum Seitenanfang der aktuellen Seite
Accesskey
Letzte Änderung
17.05.2010